Nicht nur auf der Mondoberfläche, sondern auch in der Mondumlaufbahn wurde eine große Anzahl von Experimenten durchgeführt. Insbesondere bei den Missionen von Apollo 15, 16 und 17 waren in einer freien Bucht des Versorgungsmoduls (die sogenannte Scientific Instrument Module-Bucht = SIM-Bay) zahlreiche Meßinstrumente installiert. Diese Bucht wurde durch Absprengung der Verkleidung freigelegt. Im einzelnen wurden folgende Geräte eingesetzt

Mit diesem Instrument wurde die chemische Zusammensetzung des Mondbodens gemessen. Aus den Ergebnissen wurde dann eine geochemische Mondkarte erstellt. Außerdem wurden kosmische Strahlen gemessen. Das Spektrometer war an einem Ausleger befestigt, der von den Astronauten kontrolliert werden konnte. Das Experiment wurde bei Apollo 15 und 16 durchgeführt.
Mit diesem Gerät wurden Röntgenfluoreszenzen registriert, die durch Röntgenstrahen im Mondboden verursacht wurden. Das Gerät war auch an einen Ausleger montiert, der von den Astronauten bedient werden konnte. Es kam bei Apollo 15 und 16 zu Einsatz.
Mit diesem Instrument wurden Alpha-Partikel und Alpha-Strahlen aus dem Weltraum gemessen. Das Gerät wurde von den Astronauten aus dem Kommandomodul heraus bedient. Es kam bei Apollo 15 und 16 zu Einsatz.
Mit dem Massenspektrometer wurde die kaum vorhandene Mondatmosphäre untersucht. Damit sollten Ausgasungen der Mondoberfläche aufgespürt und vulkanische Gase nachgewiesen werden. Das Gerät war ebenfalls an einen Ausleger angebracht und konnte von den Astronauten bedient werden. Es kam bei Apollo 15 und 16 zum Einsatz.
Mit diesem Spektrometer wurde die Dichte und Zusammensetzung der Mondatmosphäre untersucht. Hierbei wurde die vom Mond kommende UV-Strahlung registriert. Dadurch konnte u. a. Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff nachgewiesen werde. Das Gerät wurde nur bei Apollo 17 eingesetzt.
Mit Hilfe des Infrarotradiometers wurde eine Wärmekarte des Mondes hergestellt. Außerdem waren heiße Gase meßbar, bei denen man auf Vulkane schließen konnte. Das Gerät kam bei Apollo 17 zum Einsatz.
Mit diesem Gerät wurden elektromagnetische Impulse zur Mondoberfläche geschickt, die dann wieder aufgefangen wurden. Dadurch ließ sich eine Karte der oberen Mondkruste bis zu einer Tiefe von 1,3 Kilometer erstellen. Das Gerät bestand aus einem Radar, einem optischen Rekorder und zwei Antenne und wurde vom Kommandomodul aus gesteuert. Es kam nur bei Apollo 17 zum Einsatz.
Diese Ausrüstung bestand aus insgesamt zwei Kameras und einem Entfernungsmesser, dem sogenannten Laser Altimeter (B). Die Panoramakamera (E) hatte eine Brennweite von 610 mm. Mit ihr wurden Stereofotografien und Fotos mit hoher Auflösung angefertigt. Außerdem gab es eine Kartografiekamera (A). Diese lieferte Übersichtsfotos mit einer Auflösung von 20 Meter. Mit dem Laser-Altimeter wurden die Aufnahmen mit der Kartografiekamera durch die Ermittlung der genauen Entfernung des Raumschiffs zur Mondoberfläche unterstützt.

Nach den Experimenten wurden die Film- und Datenkasetten vom Pilot des Kommandomoduls von Hand geborgen. Dazu mußte dieser zu einem Weltraumspaziergang aufbrechen. Bei den einzelnen Missionen waren es Alfred Worden, Thomas K. Mattinly (Siehe Bild) und Ronald E. Evans, die diese Mission erfüllten. Damit gehörten sie zu den wenigen Männern, die tief im Weltraum eine solche Außenbordtätigkeit unternahmen.
pm.schmetkamp@waf-online.de
© 1999, Manfred Schmetkamp
Fotos: Nasa-Archiv